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Bericht des
Abteilungsvorsitzenden zur JHV 2009/2010
Im Mai 1988, also vor rd. 22 Jahren, bin ich als Schiedsrichter-Obmann in den Fußballvorstand gewählt worden. Im Jahre 1993 übernahm ich dann kommissarisch den Abteilungsvorsitz von Robert Reitmann und wurde im Mai 1994 auf der Versammlung ordnungsgemäß zum Abteilungsvorsitzenden gewählt, dessen Amt ich bis heute Abend bekleide. Die Probleme im Fußballvorstand begannen bereits im Jahre 1991, als Robert Reitmann (Abteilungsvorsitzender) und Johannes Schradieck (Stellvertreter) etwas Besonderes in Adendorf aufbauen wollten. Aus diesem Grund wurden höherklassige Spieler von anderen Vereinen abgeworben, da eine eigene Jugend nicht mehr existierte. Man spielte zu dieser Zeit in der (alten) Bezirksklasse und versuchte mit Hilfe des renommierten Trainers Ernst Schnackenberg in die Bezirksliga und höher aufzusteigen. Leider wurde damals nie die Zahlungsfähigkeit des Sponsors überprüft, der schon bald seine Zahlungen einstellte. Nur ein Privatkredit aller Vorstandsmitglieder, der später vom damaligen Vorsitzenden, Robert Reitmann, alleine getilgt wurde, konnte gewährleisten, dass die Zusagen des Sponsors den Spielern gegenüber eingehalten wurden. Dieses führte dann nach nur 2 Jahren Amtszeit auch zum alsbaldigen Rücktritt von Robert Reitmann und weiteren Vorstandsmitgliedern. Als junger Mann im Alter von 25 Jahren wurde ich dann vom Trainer der 1. Herren, Ernst Schnackenberg, den ich zu diesem Zeitpunkt noch Siezte, überredet, den Abteilungsvorsitz zu übernahmen. Hieraus entwickelte sich dann im Laufe der Zeit eine enge Freundschaft und ein 13-jähriges Trainerengagement von Schnackenberg. Zu dieser Zeit studierte ich noch an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und habe die Abteilung quasi am Wochenende und in den Semesterferien geführt, wobei ich täglich in Telefonkontakt mit Ernst Schnackenberg stand, der mich tatkräftig unterstützte. Bei Übernahme der Abteilung als Vorsitzender lag diese quasi am Boden. Die 1. Herren war ein Kunstgebilde mit fremden Spielern, die tolle Jugendarbeit war durch illoyales Verhalten ehemaliger Vorstandsmitglieder in den Vorjahren nicht mehr existent; Sponsoren gab es keine. Die Entschädigung der Spieler wurde dann nach meiner Amtsübernahme auf vernünftige Beine gestellt, d.h. die von der Abteilung eingenommenen Werbegelder für den TSV Adendorf hat dieser für die Vergütung der Spieler wieder ausgeschüttet. Damit war zumindest das Problem der Abhängigkeit von Sponsoren beseitigt. Jedoch führte dieses immer wieder zu Neidproblemen bei den anderen Herrenmannschaften und auch Abteilungen, die aber wegen des anhaltenden Erfolgs der 1. Mannschaft nie innerhalb der Abteilung oder des Vereins eskalierten. Allerdings litt der Ruf unseres Vereins, da wir jedes Jahr eine sehr hohe Fluktuation an Spielern hatten und im Jugendbereich nicht vorankamen, da uns alle talentierten Spielern spätestens im C-Jugendalter verließen. Für mich persönlich war die Umstellung mit einem erheblichen zeitlichen Mehraufwand verbunden, da sie wegen der Einwerbung von Sponsorengeldern, der Kontaktpflege mit den Sponsoren und der Fertigung der Stadionzeitung durch mich eine Menge Zeit verschlang. Allerdings stellte sich durch das enorme zeitliche Engagement auch der sportliche Erfolg ein. In den Jahren 1997/98 und 1998/99 spielte die 1. Mannschaft dann 2 Jahre in der Bezirksliga und in den folgenden 5 Jahren (1999/2000 bis 2003/04) überwiegend sehr erfolgreich in der Landesliga. Phasenweise war der TSV Adendorf sogar die Nummer 2 im Lüneburger Fußball. Der erste Umbruch erfolgte, als Trainer Ernst Schnackenberg nach 13 Jahren erfolgreicher Arbeit sein Amt in jüngere Hände legen wollte. Mit dem jungen Trainer Sven Kathmann, im 1. Jahr nach der Ära Ernst Schnackenberg, musste man dann Ende der Spielzeit 2003/04 den Gang in die Bezirksliga antreten. Als Konsequenz des sportlichen Misserfolges legte Kathmann dann sein Amt nieder und der Großteil der Mannschaft verließ den Verein. Nur mit enormen persönlichen Anstrengungen und mit Hilfe des neuen Trainers, Lothar Nebe, konnte ein sportlicher Niedergang vermieden werden. Mit dem Abstieg reifte jedoch auch die Erkenntnis, wenn vielleicht auch etwas zu spät, verstärkt auf die Jugendarbeit in der Abteilung zu setzen. In dieser Zeit wurden dann Strukturen im Jugendbereich geschaffen, die (später) zu einem nachhaltigen Erfolg wurden. Bereits lange Zeit vor der Einführung von sog. Jahrgangsmannschaften durch den NfV bzw. DFB haben wir dieses Konzept umgesetzt, sowie Trainer- und Übungsleiteraus- u. weiterbildungen gefördert. Im Herrenbereich spielte man in den Spielzeiten 2004/05 und 2005/06 wieder in der Bezirksliga und stieg dann zur Spielzeit 2006/07 unter Trainer Lothar Nebe erneut in die Bezirksoberliga (Landesliga) auf. Nach nur einer Spielzeit erfolgte dann im Rahmen der Spielklassenreform (6 Absteiger) der erneute Abstieg in die Bezirksliga. Bis zu dieser Zeit war ich ununterbrochen ganz eng an der 1. Mannschaft und dem Trainer- und Betreuerstab dran, angefangen von der permanenten Trainings- u. spielteilnahme sowie täglichen Telefonkonferenzen mit Trainern und Spielern. In den Spielzeiten 2007/08 und 2008/09 spielte die 1. Herren dann bis zum freiwilligen Rückzug Anfang der Serie 2009/10 unter Trainer Nebe 2 weitere Jahre in der Bezirksliga. Bereits im Abstiegsjahr 2006/07 reifte mein Entschluss, mich Ende der Amtszeit 2007 nicht wieder zur Wahl zu stellen. Ich wollte mich jedoch nicht mit einem Abstieg verabschieden und habe mich dann überreden lassen, noch eine Amtszeit bis 2010 dranzuhängen. Diese Entscheidung stellte sich im Nachhinein als Fehler heraus, da es doch Stimmen gibt, die ein erneutes nicht zur Verfügung als Vorsitzender auf der heutigen Versammlung als Verlassen des sinkenden Schiffs auslegen. Für mich ist jedoch die Erkenntnis gereift, dass es nach so langer Zeit wohl nie einen geeigneten Zeitpunkt für die Übergabe der Amtsgeschäfte gibt. Dieses liegt darin begründet, dass man auf den Höhepunkt der Amtszeit die Mühen und zeitlichen Entbehrungen auch durch sportliche Erfolge auskosten möchte und in tendenziell schwierigeren Zeit sich nicht so einfach aus dem Staub machen will. Wie bereits erwähnt, zog der Vorstand seine 1. Mannschaft zu Beginn der Spielzeit 2009/10 aus dem Spielbetrieb der Bezirksliga vor dem 1. Spieltag zurück. Denn, durch illoyales Spielerverhalten ist dann die Mannschaft Ender der Serie 2008/2009 auseinandergefallen und Trainer Lothar Nebe von seinem Amt zurückgetreten. Jedoch hatte auch der Abteilungsvorstand die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Insbesondere mein durch berufliche Beanspruchung deutlich geringeres Zeitpolster für die Ligamannschaft und der damit verbundene geringere Kontakt zu den Spielern führte wohl dazu, dass sich Dinge verselbständigt hatten, da kein anderes Vorstandsmitglied in die Bresche gesprungen war. Erschwerend kam hinzu, dass der Abteilungsvorstand nie in voller Besetzung gewählt wurde, weil Mitglieder der Abteilung nicht zu einer ehrenamtlichen Mithilfe bereit waren. So bestand der Abteilungsvorstand in den letzten Jahren nur noch aus Harry Bomhoff (Sportwart), Harald Breese (2. Vorsitzender) und mir als Abteilungsvorsitzenden. Aktuell besteht die Abteilung im Herrenbereich noch aus 2 Altliga- u. einer Herrenmannschaft, wobei die 2. Herren als höchstspielende Mannschaft in der 1. Kreisklasse spielt und von Raimond Walter trainiert wird. Im Jugendbereich sieht es hingegen aufgrund der gelegten Strukturen besser aus. Von der U6 bis zur U15 sind alle Jahrgänge besetzt, daneben die U17 als Aufstiegsaspirant in den Bezirk und die U19 in der A-Jgd.-Bezirksliga. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Wegbegleitern im Vorstand, insbesondere bei Harry Bomhoff und Harald Breese, die dem Vorstand auch in schwierigen Zeiten die Treue gehalten haben. Daneben gilt mein Dank meinen zu echten Freunden gewordenen Trainern, Ernst Schnackenberg für seine 13-jährige Verdienste sowie Lothar Nebe und Hans-Günter Brenke für die letzten 6 Jahre. Ein besonderer Dank gilt auch dem Vereinsvorsitzenden Werner Nack für die stets volle Unterstützung der Abteilung. Schließen möchte ich meine Ausführungen mit dem Appell, dass sich jemand heute Abend bereit erklärt, genau wie ich damals, einen Neuanfang zu wagen und eine neue Ära einzuleiten. Ich persönliche werde, sofern dieses gewünscht wird, in der Übergangsphase mit Rat und Tat zur Verfügung stehen und auch weiterhin meinen Einfluss als 2. Vorsitzender des Gesamtvereins für die Fußballabteilung ausüben. Die weiteren Einzelberichte des Vorstandes folgen durch meine Vorstandskollegen. Brietlingen, den 11.01.2010 Marco Bittrich |